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Das Leitbild der Volksschule St. Gerold  



Unsere Grundprinzipien für eine erfolgreiche Pädagogik

Das „Leitbild der Volksschulen des Großen Walsertales“ wurde im Jahre 2002 von den damaligen Lehrpersonen und Schulleitern der Großwalsertaler Volksschulen ausgearbeitet. Der Originalfolder mit den Leitsätzen ist an jeder Volksschule erhältlich.
 
Das Leitbild ist in vier Themen gegliedert:

      „Fürs Leben lernen“ ⇒ 5 Leitsätze

      „Mit unseren Stärken verantwortungsvoll arbeiten“ ⇒ 3 Leitsätze
  
      „Lebensraum Schule“ ⇒ 3 Leitsätze

      „Schule im Netzwerk der Beziehungen“ ⇒ 2 Leitsätze

Das Leitbild soll zu der anerkannt hohen Qualität unserer Schulen einen weiteren wertvollen Beitrag leisten. Es soll wesentlich zu einer erfolgreichen Schullaufbahn für die Zukunft unserer Kinder beitragen.
Die insgesamt 13 Leitsätze sind Arbeitsbasis und Orientierung für unsere schulische Entwicklung.
In der folgenden Auflistung der Leitsätze sind zum besseren Verständnis jene Erläuterungen ergänzt, welche im Speziellen für die Volksschule St. Gerold Gültigkeit haben: 

„Fürs Leben lernen“

* Wir fördern jedes Kind individuell.

Zur optimalen individuellen Förderung der Schüler orientieren sich die Lehrpersonen  der Volksschule St. Gerold am „Standortbezogenen Förderungskonzept“, welches mit jedem neu beginnenden Schuljahr vom Lehrkörper analysiert und aktualisiert wird.
Im Förderkonzept sind die Diagnoseverfahren bei Lernschwierigkeiten, schulische Maßnahmen, entsprechende Lehr- und Lernmittel bzw. Unterrichtsformen, Verantwortlichkeit der Lehrpersonen sowie die Evaluierung und ggf. Optimierungsmöglichkeiten angeführt.  


* Wir setzen zeitgemäße Unterrichtsformen, Lehr- und Lernmittel ein, die dem Kind beste Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Der Einsatz zeitgemäßer Unterrichtsformen, Lehr- und Lernmittel ist ebenfalls in den „Standortbezogenen Förderkonzepten“ beschrieben.

Was die Unterrichtsformen betrifft, so eignen sich die Lehrpersonen die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse durch Kurse, Vorträge oder im direkten Austausch mit KollegInnen anderer Schulen an.

Zeitgemäße Lehr- und Lernmittel werden je nach finanziellen Möglichkeiten angeschaffen. Auch die vom Vorarlberger Bildungsserver (VOBS) zur Verfügung gestellten Lernprogramme werden in Anspruch genommen.


* Wir wecken in jedem Kind ein aktives Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein.

Die Weckung eines aktiven Umwelt- und Gesundheitsbewusstseins gehört lehrplanbedingt, bedingt durch St. Gerold als Mitgliedgemeinde des „Biosphärenpark Großes Walsertal“ sowie auf Grund der Auszeichnung der VS St. Gerold mit dem „Österreichischen Umweltzeichen“ zum unverzichtbaren und ständig gelebten Unterrichtsprinzip.

Die aktive Einbindung der Kinder im Schulalltag erfolgt insbesondere durch

• Aufforderung zur Mülltrennung (Altpapier, Kunststoff, Restmüll, Biomüll, Glas, Metall und Altbatterien)
• Vermittlung von Sparsamkeit: z.B. Wasserhähne nicht tropfen lassen; bei genügend Tageslicht die Elektrobeleuchtung ausschalten
• Auf das Umweltzeichen-Logo (z. B. bei den Schulheften) aufmerksam machen
• Durchführung der wöchentlichen Zahngel-Aktion
• Hygiene: Hände waschen, Turnkleidung regelmäßig waschen lassen
• Bewegung in den Pausen (z.B. in die großen Pausen konsequent im Freien verbringen)
• Schüler zum Anziehen von witterungsangepasster Kleidung und Schuhwerk animieren.
• Verstärkte Inanspruchnahme entsprechender außerschulischer Angebote.

* Unser Lehren orientiert sich an kulturellen und traditionellen Gegebenheiten sowie an sozialen Strukturen des Tales.

Vor allem im Sach- und Religionsunterricht werden die kulturellen und traditionellen Gegebenheiten des Tales aufgearbeitet. Nach Möglichkeit bringt sich die Volksschule St. Gerold diesbezüglich auch aktiv dazu ein, z.B. durch

• spezielle Messgestaltungen („Geroldsmesse“, Erstkommuniongestaltung, Gestaltung der Kindermette, Maiandachten)
• Gelebtes Brauchtum der Fasnacht (Teilnahme am jährlichen Faschingsumzug, Funkenabbrennen)
• Besuch des Heimatmuseums Großwalsertal oder des „Haus Walserstolz“
• Beherbergung eines kleinen „Schulmuseums“ im Schulhaus
 
Die Berücksichtigung der sozialen Struktur zeigt sich darin, dass bei den Veranstaltungen der Volksschule die Kinder des benacharten Kindergartens genauso eingeladen werden wie jener Teil der Ortsbevölkerung, welcher aktuell keinen direkten Bezug (mehr) zur Volksschule hat. Diesbezüglich kann die Volksschule durchaus als „Dorfschule“ gesehen werden !

* Die Grundsätze des Biosphärenparks Großes Walsertal werden durch unsere Arbeit lebendig.

Die identitätsstiftende Auseinandersetzung mit den Grundsätzen des Biosphärenparks Großwalsertal gehört an der Volksschule St. Gerold zu den Unterrichtsprinzipien.


„Mit unseren Stärken verantwortungsvoll arbeiten“

* Wir nutzen unsere individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten und bilden ein starkes Team.

Teamarbeit ist an einer Kleinschule wie der VS St. Gerold zwingend gefordert, da die wenigen Lehrpersonen in großem Maße voneinander abhängig sind.
Die Fächerzuteilung an Lehrpersonen erfolgt unter Berücksichtigung der individuellen Qualifkationen der Lehrpersonen in Bezug auf die schulischen und sozialen Anforderungen eines Klassenverbandes.
Projekte, Wandertage, Schulfeste und religiöse Feierlichkeiten werden in Teamarbeit durchgeführt, wobei eine Aufgabenteilung unter dem Lehrkörper zum Tragen kommt.

* Wir nützen die im Rahmen der Schulautonomie gegebenen Möglichkeiten sinnvoll.

Die Auswahl der Jahresschwerpunkte (Durchführung von Projekte, Teilnahme an Exkursionen, Feierlichkeiten, Wandertage), die Festlegung des Stundenplanes, die Auswahl der schulautonomen Tage und die individuellen Aufgabenverteilung an der Schule erfolgt grundsätzlich nach schulinterner Diskussion. Es gilt, die pädagogischen Ziele auf  möglichst professionelle und bewährte Weise zu erreichen.


* Wir reflektieren unsere Arbeit, bilden uns fort und reagieren auf pädagogische Erfordernisse und Entwicklungen.

Die Fortbildungsveranstaltungen über die Pädagogische Hochschule sind fixer Bestandteil der Lehrerfortbildung. Die Auswahl erfolgt durch jede Lehrperson selbst und orientiert sich an den pädagogischen Erfordernissen und Entwicklungen.
Darüber hinaus sind die Lehrpersonen gesetzlich verpflichtet, sich im Bereich „Erste Hilfe“ auf neuestem Stand zu halten und ggf. die vom Land Vorarlberg organisierten Kurse in Anspruch zu nehmen.
Für die Schulleitung sind zudem Ausbildungskurse zur „Sicherheitsvertrauensperson“ sowie zum „Brandschutzbeauftragten“ zu absolvieren.

„Lebensraum Schule“

* Wir achten auf respektvolle Umgangsformen, vereinbaren klare Regeln und halten diese ein.

Der respektvolle Umgang miteinander bzw. das soziale Lernen gehört an der VS St. Gerold zum Unterrichtsprinzip.
Beim Eintreffen in der Schule werden die Schüler zum Grüßen („Guten Morgen“, „Hallo“) angehalten. Ebenso, wenn sich der Klassenverband in der Öffentlichkeit befindet oder Gäste die Schule besuchen.
Zu Unterrichtsschluss verabschieden sich die Schüler und Lehrpersonen per Handschlag voneinander.

Im Rahmen des Sachunterrichts werden Gesprächsregeln (auch eine korrekte Diskussions- und Streitkultur) erlernt und geübt. Der Unterricht in einer weniggegliederten Schule verlangt zudem in verstärktem Maße die Fähigkeit der Rücksichtsnahme auf Schwächere/Jüngere, die Fähigkeit zuhören zu können sowie sich der Gruppe unterzuordnen können.

* In den Pausen gibt es die Möglichkeit zur Bewegung und Erholung.

Die große Pause für die SchülerInnen der VS St. Gerold findet nach Möglichkeit ohne Rücksicht auf die Witterung immer im Freien auf dem nahe gelegenen Pausenplatz statt. Die Schüler werden dabei von den Lehrpersonen angehalten, sich zu bewegen (z.B. Hüpfspiele, Fangspiele, Ballspiele). Im Winter ist es den Kindern teilweise erlaubt, auch geeignete Böschungen zum Rutschen und zum Austoben zu nutzen.

Im Zuge des Neubaus des Gemeindezentrums von St. Gerold und der damit verbunden Errichtung eines ordentlichen Spielplatzes wurde auch die Schulleitung in das Team des Spielplatz-Ausschusses (Arbeitsgruppe) miteinbezogen. Der Spielplatz dient als Pausenplatz für die Volksschule.
Folgende Konzeptvorschläge für den neuen Spiel- bzw. Pausenplatz wurden umgesetzt:
• Hartplatz (15m x 8m) für Mannschafts-, Hüpf- und Fangspiele, Ballspiele
• Reck, Hangelbalken und Klettertaue für individuelle Bewegungsmöglichkeiten
• Balancierweg zur Beruhigung und Konzentration
• Bänke bzw. Sitzgelegenheiten zur Erholung
• Trinkgelegenheit (Wasser)


* Unsere Schule und die Klassenräume sind so gestaltet und ausgestattet, dass sich alle wohl fühlen können.

Die Klassenzimmer der Volksschule St. Gerold verfügen über große Fenster mit Verdunkelungs- und Deckvorhängen. Die Fenster werden von den Schülern der Jahreszeit entsprechend geschmückt. Die Wände und die Decke sind mit unbehandeltem Holztäfer ausgestattet, außerdem verfügt das Klassenzimmer über einen hellen (und pflegeleichten) Parkettboden.
Der Raum entspricht somit im Ganzen einer „heimeligen, klassischen Schulstube“.
Die Schülertische und –stühle sind bewusst in Holzausführung (Buche) und mit „weinrot“ lackiertem Metallgestell gewählt, um das Gesamtambiente des Raumes nicht zu gefährden.
Ergänzend dazu befinden sich Wollteppiche und genügend Grünpflanzen in den Klassenzimmern, um eine beruhigende Atmosphäre zu erreichen.
Die Anordnung des restlichen Mobiliars (Regale, Klavier, Sandkasten, Computerplätze, Müllstation) ist so festgelegt, dass sie nicht beengend auf die Schüler wirkt und dass einem geforderten Ordnungsprinzip leichter gerecht werden kann.

„Schule im Netzwerk der Beziehungen“


* Die Lehrpersonen legen Wert auf konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern und allen am Schulleben Beteiligten für das Wohl des Kindes.

Eine konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern basiert auf einer professionellen Kommunikation, welche vor allem durch die schriftliche Form der „Schulpost“ gewährleistet ist. Dieses Informationsblatt beinhaltet sämtliche schulrelevanten Themen (Informationen über Schulprojekte, Veranstaltungen, außerschulische Aktivitäten, Terminbekanntgaben, usw.) und erscheint durchschnittlich 15 mal pro Schuljahr.
Zu Schulbeginn erhalten die Eltern einen Jahreskalender, in welchem alle Schularbeitentermine, Feierlichkeiten und Ferientage für die Eltern ersichtlich sind.

Diese und weitere Informationen werden auch über die Homepage der Schule kommuniziert.

Eine weitere Kommunikationsmaßnahme ist die Erstellung eines
Elternsprechtagsberichtes für jedes einzelne Kind, in welchem die Gesprächsinhalte festgehalten sind. Auf diese Weise können auch Elternteile, welche aus zeitlichen Gründen nicht am Elternsprechtag teilnehmen können (insbesondere Väter), genau über die Leistungen des Kindes informiert werden. Für die Eltern besteht zudem die Möglichkeit, zuhause in Ruhe anhand des Elternsprechtagberichtes über die Inhalte zu beraten.

Bei akuten schulischen Problemen werden kurzfristig Elterngespräche organisiert, nach Möglichkeit unter Zuziehen von Experten (Schulpsychologe, Legastheniebetreuerin, usw.) Diese Gespräche werden schriftlich dokumentiert.

Bei Schulveranstaltungen (v.a. Abschlussabend) wird um Unterstützung durch die Eltern gebeten, indem die Bewirtung an diese delegiert wird. Diesbezüglich ist von Seiten der Elternschaft immer eine große Unterstützung feststellbar.

Weitere Schulpartner wie Kindergartenleiterin, Bürgermeister, Gemeindesekretär, Reinigungskraft oder Gemeindearbeiter befinden sich in unmittelbarer Nähe der Schule bzw. sind telefonisch jederzeit erreichbar.

* Die Schule versteht sich als Teil der Dorfgemeinschaft und des Großen Walsertales und fördert das vernetzte Denken des Kindes über die Heimatgrenzen hinaus.


Die Volkschule St. Gerold ist auf vielfältigste Weise in das Dorfleben involviert:

• durch religiöse Feste, z.B.
- Gestaltung der monatlichen Schulmessen
- Gestaltung von jährlich zwei Familienmessen bzw. Sonntagsgottesdiensten
- Gestaltung der Kinderweihnachtsmette (alle zwei Jahre)
- Traditionelle Gestaltung des Erstkommuniongottesdienstes 


• durch Zusammenarbeit mit Vereinen, z.B.
- Besuche beim Musikverein mit Instrumentalvorstellung
- Durchführung einer Feuerwehrprobe
- Mitgestaltung des Erntedankgottesdienstes des Obst- und gartenbauvereins
- Teilnahme am Faschingsumzug der Funkenzunft
- Teilnahme an den Aktionstagen der Bücherei
- Teilnahme an der Flurreinigung der Gemeinde

Weiters:
- Öffentliche Abschlussabende, traditionell für das ganze Dorf
- Öffentliche Krippenaustellungen


Es erfolgen auch immer wieder Veranstaltungen mit der Mittelschule Blons bzw. mit den anderen Volksschulen des Großen Walsertales oder im Rahmen der „Biosphärenparktage“ der Regio Großes Walsertal.


Vor allem im caritativen Bereich erfolgt das vernetzende Denken über unsere regionale Heimatgrenzen hinaus, indem u.a. folgende Projekte durchgeführt werden und wurden:

• Durchführung der jährlichen Haussammlung für den Vorarlberger Blindenbund (Herbst)
• Durchführung der jährlichen Haussammlung für das Vorarlberger Kinderdorf (Frühjahr)


Alle Aktivitäten der VS St. Gerold sind in der ausführlichen Schulchronik
datiert und dokumentiert. Die Schulchronik kann bei Interesse ausgeliehen werden.

 

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